28.02.2015
Versöhnungskirche feiert 30-jährige Arbeit im Stadtteil Gotha-West

Im Februar 1985 wurde die Versöhnungskirche als einer der letzten Kirchenneubauten in der DDR in den Dienst genommen. Mit einem großen Fest erinnerte die Kirchengemeinde Gotha an 30 Jahre Arbeit in einem Stadtteil der ständigen Veränderungen.

Am Ende brannten 30 Kerzen. Für jedes Jahr seit der Einweihung der Versöhnungskirche war eine Kerze entzündet worden. Mit jeder dieser Kerzen sind Erinnerungen verbunden. Der Gottesdienstraum war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Viele waren gekommen, in deren Leben die Versöhnungskirche eine bedeutsame Rolle spielt. 30 von ihnen teilten ihre Erinnerungen und Gedanken mit der Gemeinde. Viele waren gekommen, die in der bewegten Geschichte des jüngsten Gotteshauses in der Stadt hervorzuheben wären. Martin Rambo etwa, der erste Pfarrer auf dieser Stelle, der die Jahre des Gemeindeaufbaus und der Sammlung wesentlich prägte, war da und erinnerte an einige der Namen, die mit dem Bau selbst und mit dem Beginn der kirchlichen Arbeit im Neubaugebiet verbunden sind. Superintendent i.R. Hoffmann moderierte hier in den Monaten vor den ersten freien Wahlen im Jahr 1990 den Runden Tisch der Stadt Gotha und erinnerte daran, dass seine Mutter aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte die Namensgebung als Versöhnungskirche ins Spiel gebracht hatte. Altbischof Werner Leich, der selbst nicht teilnehmen konnte, erinnerte in seinem durch Superintendent Friedemann Witting verlesenen Grußwort an den Augenblick, als erstmals die Glocke über den Plattenbauten zum Gottesdienst rief: "Kein Mensch, auch wenn er noch so abweisend ist, kann ohne Gottes Wirken leben. Ich spüre noch heute etwas von diesem Ereignis und bitte Gott, dass der Ruf der Glocken viele Menschen erreicht."
Besonders bewegend waren die Worte zahlreicher Gemeindeglieder, für die mit der Versöhnungskirche eigene Lebensgeschichte eng verwoben ist, von der russlanddeutschen Ausssiedlerin, die hier eine neue Heimat fand und sagen kann: "Das ist meine Kirche!", bis hin zu den treuen Mitarbeitern, die über viele Jahre ihrer Kirche ein Gesicht gegeben haben. Friedrich Maatz erinnerte an ca. 1.200 Gottesdienste, in denen er die Orgel spielte. Konfirmanden und Kinderkirche kamen genauso zu Wort wie die Vikarinnen, die in den vergangen Jahren hier Begleitung bei den ersten Schritten in das Berufsleben als Pfarrerinnen erhielten.
Einen besonderen Akzent setzte die Vorbereitungsgruppe um Pfarrerin Uta Liebe, indem zu Beginn ein Film gezeigt wurde, den der Berliner Journalist Peter Wensierski 1983 über die Situation der Kirchen in der damaligen DDR gedreht hatte. Eine längere Passage war der Baustelle der Gothaer Versöhnungskirche gewidmet. Auch Frau Möller, die damals auf der Baustelle ihre Vision von der beginnenden Arbeit vorstellte, entzündete eine der 30 Kerzen für Versöhnung.

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