14.08.2020
„Was willst Du, dass ich für Dich tun soll?“ - Pfarrer Alexander Caesar beginnt seinen Dienst in Sonneborn

Der Umzug ist fast abgeschlossen. Pfarrer Alexander Caesar versieht seit 1. September seinen Dienst auf der Regionalpfarrstelle Sonneborn.

"Bereits mit 14 Jahren habe ich einen Frieden und eine Sehnsucht nach Gott und seinem Auftrag an den Menschen im Herzen gespürt, weswegen ich schnellstmöglich Pfarrer werden wollte", so Caesar.  Schon zu Studienzeiten hat er durch zahlreiche Praktika in Gemeinden mit unterschiedlichsten Profilen Erfahrungen gesammelt. Ein halbes Jahr an der Nikolaikirche zu Leipzig bei Pfarrer Christian Führer, inkl. Zusammenarbeit mit Bürgermeister (seinerzeit Tiefensee) und Sebastian Krumbiegel von „den Prinzen“ waren ebenso wertvoll und prägend, wie die Arbeit im Leipziger Osten (Heilig Kreuz). Dienstlich waren es dann ländliche Gemeinden im fränkischen Kernland mit überwiegend evangelischen Bewohnern, darunter eine Kleinstadt im fränkischen Seenland und in den letzten 8 Jahren 4 eigenständige Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk Bad Windsheim.

Nun ist der gebürtiger Oberfranke in Sonneborn und überglücklich. Ab dem 1. September wird er der „neue Pfarrer“ auf der Regionalpfarrstelle in Sonneborn sein.

Wie das kommt?

"Lange habe ich versucht, gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen rund um meinen letzten Wirkungsort Strukturen zu entwickeln, wie sie hier in der Region bereits etabliert sind. Mit viel Herzblut, Energie und durch zahlreiche Sonderbeauftragungen (Kindergarten, Konfirmanden, Jugend, Ehrenamt, Gemeindeakademie) kam ich in Austausch mit vielen, die ähnlich arbeiten. Dazu hat die Region, in der ich tätig war, seit 2017 tatkräftige, auch finanzielle Unterstützung durch den bayrischen Zukunftsprozess erhalten. Vieles ist in Bewegung gekommen.", sagt Alexander Caesar.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Prozess war: viele Dinge brauchen viel Zeit, vor allem, wenn die Not noch nicht zu groß ist. Seit den Krisen dieses Jahres sieht das wieder anders aus…

Ihm selbst ist dabei Ende 2019 anlässlich einer Auszeit im Kloster Volkenroda deutlich geworden, welche Bedeutung Zeit auch für ihn persönlich hat. Seine Familie ist an seiner Arbeitsweise zerbrochen. Seine drei Jungs (8, 11, 12 Jahre) werden regelmäßig im Pfarrhaus zu Gast sein.

Alexander Caesar stammt aus einer Bäckersfamilie in einem kleinen Ort in Oberfranken. Daher ist er sowohl vertraut mit dem Leben auf dem Land als auch mit den Anforderungen eines Familienbetriebes, der sich zum mittelständischen Unternehmen entwickelt hat und allem, was das nach sich zieht. Darüber hinaus war der wertschätzende Kontakt zu den Menschen – Kunden und Mitarbeitern gleichermaßen - jederzeit die Grundlage für tolle Entwicklungsmöglichkeiten. Aus dieser Erfahrung habe er jederzeit auch für den Gemeindeaufbau profitiert.

"Im Kloster Volkenroda wurde mir durch viele tolle Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen bewusst, dass meine Hauptgabe nicht in der Struktur, sondern in der Nähe zu den Menschen liegt. Seelsorge, Begeisterung und Zeugnis für Gottes Taten an uns, Zusammenarbeit mit den Menschen aller Generationen in den unterschiedlichen Gemeinden vor Ort, die selbst wissen, wo für sie ihr Herzblut fließt und wo Bedarf ist. Damit steht und fällt m.E. auch ihre Motivation zu Engagement für Gott und Kirche. Meine Hauptfrage lautet daher, in der Nachfolge Jesu, auch für den neuen Dienst: „Was willst Du, dass ich für Dich tun soll?“, so Pfarrer Caesar.

In Brüheim, Eberstädt, Friedrichswerth, Haina und Sonneborn hat er bereits von der Vielfalt der Gemeinden und der Bereitschaft zu großartigem Engagement gehört und erlebt. Dazu kommt das Bewusstsein für den Zusammenhalt der Generationen und die Anfrage nach der Nähe zu den Menschen im Auftrag vor Ort.

Grundlage für mein Verständnis von Gemeindearbeit sei das Bild des 1. Korintherbriefes, im 12. Kapitel. Da schreibt Paulus von der Verschiedenheit der Gaben, aber der Einheit im Geist und den vielen Gliedern, verbunden in einem Leib. Für ihn heißt das konkret die Stärkung der unterschiedlichen Gaben von Menschen ehrenamtlich und hauptamtlich und der Kirchengemeinden vor Ort. Das Land bietet für diesen Ansatz durch kurze Wege besonders fruchtbaren Boden und macht die Arbeit und die Perspektiven der gemeinsamen Arbeit besonders hell und weit.

"Ich freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe, in den Kirchengemeinden, mit allen Engagierten vor Ort, die mit Kirche zusammenarbeiten möchten und mit allen Beteiligten in Ehren- und Hauptamt auf allen Ebenen im Erprobungsraum, im Kirchenkreis.", meint Caesar.


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